Unverzichtbare ehrenamtliche Arbeit: Jahresrückblick 2025

Am 5. Dezember ist der internationalen Tag des Ehrenamtes. Wir möchten die Gelegenheit ergreifen, über die ehrenamtliche Arbeit des Vereines im 2025 zu berichten – und zwar über Arbeitseinsätze, welche die Vereinsmitglieder im Gutshof durchgeführt haben.

Die erste, optimistiche Planung ging von 2-3 Arbeitseinsätzen à 6 Stunden zur Vorbereitung der Baumaßnahmen aus. Damit hatten wir uns ganz schön verkalkuliert. Schnell entpuppte sich unser ehrenamtlicher Einsatz für den Erfolg der Maßnahme als unverzichtbar.

Der Rückblick auf das Jahr 2025 wollen wir zunächst einmal mit einigen Zahlen beginnen:

ca. 15 t Altholz aus dem Gebäude entfernt

Alte Binnenwände und Holzgegenstände, die zum größten Teil kaputt oder marode waren, mussten vor den Baumaßnahmen aus dem Gebäude gebracht werden.

ca. 20 t Schutt aus dem Dachgeschoss entfernt

Insbesondere die Schuttentfernung aus den Etagen und aus dem Dach war eine sehr anstrengende Tätigkeit durch die dem Verein immense Kosten gespart werden konnten. Begonnen wurde im Dach des unteren Schüttbaus, wo sich der Schutt über den gesamten Boden verteilte. Hinzu kam Humus aus den Traufbereichen, denn die Mauerlatten, Gesimsbalken und Stichbalken hatten sich zu Humus aufgelöst. Diesen siebte unsere zweite Vorsitzende Anita Krämer- Gerhard und gewann damit sehr guten Boden zur Pflanzenzucht. Die Pflanzen wurden sehr erfolgreich gegen Spende angeboten.

Im oberen Bau („Winkelbau“) sah die Sache etwas anders aus. Auch hier hatte sich auf dem Boden eine Menge Schutt und Staub- teilweise vom Wind hineingeweht- in großen Häufen angesammelt. Besonders anstrengend erwies sich dort aber die Traufenreinigung. Denn die Traufe ist dort noch in großen Teilen erhalten. Aus jedem Zwischenraum zwischen den Stichbalken musste der seit 1748 aufgehäufte Schutt und Staub ausgegraben werden. Schon in der Bauzeit hatte man in diesen Zwischenräumen Ziegelbruch und Schieferstücke „entsorgt“. Einige spektakuläre Funde konnten wir aber auch machen, so die Scherben eines wohl bauzeitlichen Steingut- Kruges und einen vermutlich ebenso bauzeitlichen Dachdeckerhammer in bestem Zustand, der offenbar während der Arbeiten zur Errichtung des Dachstuhls in einen Zwischenraum gefallen war und dort über die Jahrhunderte vergessen wurde.

ca 20t Schutt aus den drei Hauptetagen entfernt

Für die Schuttentfernung aus den restlichen Geschossen hatte uns die Fa. Hartmann eine Schütte installiert. Wir benötigten 3 Tage mit teilweise bis zu 6 Personen um die Schuttberge aus abgefallen Putzresten, Staub, Abfall aus der Zeit des „LostPlaces“, alte Getreidesäcke uvm aus dem Gebäude zu schaffen. Teilweise arbeiteten wir dabei bis spät in die Nachtstunden.

ca. 20m³ Holzbalken ins Haus getragen und dort trocken gelagert

Herausfordernd war auch der Transport der vom Dach abgenommenen Holzbalken ins Gebäude. Die teilweise unglaublich schweren riesigen Balken (insbesondere die Stuhlsäulen und Druckriegel sind äußerst schwer, die eichenen Hängesäulen benötigen allein 6 Personen um sie zu bewegen) konnten häufig nur auf Rollen ins Gebäude gebracht werden. Für den größten Balken, einen ungefähr 8 m langen Druckriegel benötigten wir fest eine Stunde. Die Holzteile wurden nummeriert und für eine spätere Wiederverwendung gelagert.

200 m Stromkabel und Wasserleitung verlegt

Entscheidend für die gesamte Baustelle war natürlich die Erschließung zur Strom- und Wasserversorgung. Diese konnte mit Hilfe unseres Vereinsmitglieds Michael Neulinger kurz vor Baubeginn bewerkstelligt werden. Da der Getreidespeicher sich im Bereich eines Bodendenkmals befindet, war eine archäologische Dokumentation notwendig.

ca. 25 m² Mauer- und Kaminabbrüche durchgeführt

Auch die Abbrucharbeiten stellten einen wichtigen Bestandteil unserer ehrenamtlichen Arbeit dar. So wurden nachträgliche Zwischenmauern im Erdgeschoss entfernt um den historischen Raumeindruck des Erdgeschosses wieder herzustellen und die Einbringung der Holzbalken zu ermöglichen.

Spektakulär war auch der Abbruch einer Mauer am Treppenturm, deren Stabilität sehr gefährdet war.

ca. 240 kg Kalkmörtel Mauerverfügung verbraucht

Offene Fugen der Fassaden wurden geschlossen, um weitere Schaden am Gebäude zu vermeiden und die geohrten Fenstergewände vor weiterem Feuchtigkeitseintrag zu schützen.

13 Paletten bzw. ca. 2.800 historische Dachziegel sortiert

Die Zimmerer der Fa. Hartmann luden die historischen Biberschwanz-Dachziegel auf Paletten auf und hoben sie mit dem Kran herunter auf den Hof. Unsere Vereinsmitglieder sortierten sie und brachten diejenigen, die noch wiederverwendbar sind, ins Gebäude. Dabei dokumentierten wir die verschiedenen Sorten und gewannen wertvolle Kenntnisse über die Herstellung.

ca. 540 Stunden ehrenamtliche Arbeit von 20 engagierten Menschen im Jahr 2025

Mit unserer ehrenamtlichen Arbeit tragen wir zu einer Erleichterung der Baumaßnahmen bei. Dazu kommt, dass wir den Getreidespeicher in seinen Einzelheiten besser kennen lernen und zu den Baufortschritten persönlich beitragen. Wir sind auf unseren Beitrag stolz!

Und natürlich gilt auch: „Ohne Mampf, keinen Kampf“. Etliche Leberkäsebrötchen, Spaghett-Teller und Pizzas, Suppenteller, Bier- und Wasserkästen wurden verbraucht. Nicht nur beim Mittagstisch bietet sich die Gelegenheit, dass die Vereinsmitglieder sich untereinander besser kennen lernen.

In diesem Jahr hat sich gezeigt: Unser Projekt der Rettung des Öttershausener Speichers kann nur gelingen, wenn wir ehrenamtlich Hand anlegen. Es werden in den kommenden Jahren noch viele Arbeitseinsätze nötig sein, wobei die zu erledigenden Aufgaben immer spannender werden – wie zum Beispiel die Instandsetzung der Kellermauern und die Festigung der Mauerkronen des letzten Überbleibsels des ehemaligen Schlosses, später auch die Festigung des Putzes.

Möchten Sie auch mitmachen?


Dann schreiben Sie uns unter info@gutshof-oettershausen.de und wir werden Sie über die kommenden Termine informieren. Wir freuen uns immer über neue Mitstreiter!

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